…und wieso sich auch Gemeinderäte mit diesen Themen auseinandersetzen sollten.
Cybersicherheit wird häufig durch Laien als «ein Thema für die IT-Abteilung» abgetan. Allerdings durchdringen Cyber-, Informations- und Kommunikationstechnologien unsere heutige Welt in umfassender Weise. Dies bringt Risiken mit sich, deren Folgen und Mitigation durch die oberste strategische Ebene einer Institution getragen werden müssen. Für Gemeinden bedeutet dies im Minimum die Erstellung eines Cyber-Notfallkonzepts, wie es das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) Ende 2025 vorgestellt hat – und dessen Absegnung durch den Gemeinderat.
Allerdings sollten Gemeinden noch weitergehen: Statt Cybersicherheit lediglich als IT-Thema zu delegieren, muss sich eine Gemeinde proaktiv fragen, welche Vorkehrungen ihr IT-Anbieter trifft, um die Sicherheit zu gewährleisten. Wurde beispielsweise schon einmal durchgespielt, ob ein IT-Backup zurückgespielt werden kann? Ist das Backup vom restlichen System getrennt aufbewahrt, damit es nicht durch eine Ransomware-Attacke kompromittiert werden kann?
Auch für den Kanton gibt es in Sachen Cybersicherheit noch einiges zu tun. Zwar entsteht der Eindruck, dass die Verwaltungs-IT des Kantons und die BEDAG gute Arbeit leisten. Aber der Kanton sollte ebenfalls über die IT-Abteilung hinausdenken: Sensibilisierung und Information sind Themen, die über alle Direktionen hinweg relevant sind. Der Kanton sollte hier als wichtiger Verstärker der Bemühungen des Bundesamts für Cybersicherheit (BACS) fungieren. Zwar gibt es einzelne Kampagnen, zum Beispiel im Rahmen der Kriminalprävention der KaPo Bern, allerdings sind diese nicht zwischen den Direktionen koordiniert.
Um die Bemühungen zu koordinieren, sollte der Kanton eine Cybersicherheits-Strategie ausarbeiten und eine Kompetenz- und Koordinationsstelle schaffen. Diese kann die Massnahmen auf kantonaler Ebene bündeln und als Anlaufstelle für Gemeinden, Wirtschaft und Gesellschaft fungieren. Dies wäre ein Faktor, der die Standortattraktivität des Kantons Bern zusätzlich stärken würde.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) sieht die Situation ähnlich aus: In vielen Gemeinden herrscht bei den Mitarbeitenden «Wildwuchs». Man nutzt, was gerade bequem ist – weil es weder Vorgaben noch eine Strategie gibt. Gerade beim noch jungen Thema KI wäre deshalb eine kantonale Strategie und die Schaffung einer Koordinationsstelle wichtig. Davon könnten Gesellschaft und Wirtschaft profitieren, während die Technologie in der Verwaltung von Kanton und Gemeinden adäquat integriert würde.
Als Grossrat möchte ich mich dafür einsetzen, dass KI und Cybersicherheit im Kanton Bern als strategische Themen erkannt werden. Wenn Ihnen diese Anliegen ebenfalls wichtig sind, freue ich mich über Ihre doppelte Stimme.
Obiger Text wurde in der Bantiger Post Nr. 12 vom 18. März 2026 veröffentlicht.




